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Donnerstag, 2. August 2012

Die lustige Welt der Tiere

(Ein "uralter" Text. Inspiriert haben mich damals eine Sammlung von Cliparts und die Erinnerung an diese Filmszene.)


Ich hab noch nie eine Packungsbeilage zu einer Flasche Whiskey gesehen, aber an sich wäre das eine gute Idee. Doch dummerweise liest ja selbst bei Medikamenten kaum einer den Beipackzettel.
Aus gutem Grund: Medikamente nimmt man normalerweise, damit es einem besser geht. Wer will da schon wissen, was vielleicht an Risiken und Nebenwirkungen zu erwarten ist? Das meiste Zeug würde gar nicht geschluckt werden, machte man sich vorher Gedanken darüber.
Bei Zäpfchen sind die Leute vorsichtiger. Die sollte ohnehin niemand schlucken, aber merkwürdigerweise wird alles, was den anderen Weg nimmt, viel kritischer begutachtet. Vielleicht liegt es daran, dass Schlucken vergleichsweise einfach geht.

Eine Dosierungsanleitung für Alkohol wäre also wohl wenig nützlich. Eher noch der gutgemeinte Rat: Langsam trinken und erst mal die Wirkung abwarten.
Wenn die Wirkung sich so äußert, wie gleich beschrieben, sollte man das nächste Mal langsamer trinken. Dann handelt es sich nämlich schon um die Nebenwirkungen.

Möglich wären da beispielsweise:


Halluzinationen & eingeschränkte Körperbeherrschung


Man sieht plötzlich ungewöhnlich gefärbte Tierarten. Handelt es sich um Nager (z.B. Mäuse oder Hasen), tragen diese i.d.R. ein weißes Fell. Dickhäuter (wie Elefanten oder Dinosaurier) hüllen sich dagegen gerne in ein zartes Rosa. 
Neben der seltenen Färbung weisen diese Tiere eine weitere Gemeinsamkeit auf: Sie sind alle ausgesprochen sportlich und fit, was für ihren Entdecker zu diesem Zeitpunkt normalerweise nicht mehr gilt. Lässt der Alkoholkonsument sich zu einem Match überreden, muss er davon ausgehen, locker an die nächste Wand gespielt zu werden. Handelt es sich bei dem Spielfeld um offenes Gelände – oder sind die Wände etwas weiter entfernt – fällt der menschliche Spieler meistens einfach um.


    Sprachstörungen & riskante Zufallsbekanntschaften


    Man schließt neue Bekanntschaften. Allerdings gibt es dabei ein Problem: Es besteht keine direkte Verbindung mehr zwischen Gehirn und Zunge. Sprechen wird zu einem extremen Konzentrationsakt. Wie aber soll man sich konzentrieren, wenn man ständig von Elefanten zum Fußballspielen aufgefordert wird? Was man im betrunkenen Zustand von sich gibt, hört sich ungefähr so an:

    „Aaa oouuh uhuhuh aouoau!“


    Diese Häufung von Vokalen hat erstaunliche Ähnlichkeit mit einem primitiven Dialekt ostafrikanischer Berggorillas. Sofern zufällig welche in der Nähe stehen, hat man mit Sicherheit ihr Interesse geweckt.
    Angenommen, man lernt auf diese Weise als Menschenmann ein Gorillamännchen kennen: Das Thema Fußball sollte man tunlichst meiden. Ein ausgewachsener Gorilla kann ziemlich ungemütlich werden, wenn man – statt auf die „Rosa Elefanten“ – auf die Mannschaft der „Weißen Mäuse“ schwört. Auch die Elefanten hören das nicht gerne...


    Angenommen, Mann kommt mit einer Gorilladame ins Gespräch: Tabuthema Nr. 1 ist ihr Äußeres! Was man auch sagt, es kann nur böse enden. Spricht man sie auf ihren „struppigen Pelz“ an, ist sie ähnlich schlagfertig wie ihre männlichen Artgenossen. Sagt man ihr, sie habe „glänzendes Fell“, hat man im Zweifelsfall das größere Problem. In dieser Situation empfiehlt es sich, schleunigst die Nähe einer Horde Gorillamännchen zu suchen und ein Gespräch über Fußball zu beginnen.


    Psychische und physische Veränderungen


    Wie ein Tier zu sprechen, oder tatsächlich zu einem zu werden, sind zwei vollkommen verschiedene Dinge. Männer mögen zwar unter Alkoholeinfluss wie Affen reden – in der überwiegenden Zahl der Fälle werden sie aber zu Schweinen. Damit ist gemeint:
    • Die Haut, speziell im Gesicht, bekommt einen rötlichen Teint.
    • Auf Kleidung verzichtet man großzügig - auf Tischen tanzt es sich besten nackt.
    • Essen und Trinken geschieht ohne Zuhilfenahme der Hände. Hierfür stehen spezielle Futtertröge zur Verfügung, sogenannte „Sangria-Eimer“.
    • Es scheint auf einmal leichter auf vier Hufen zu laufen, statt auf zwei Füßen zu stehen.
    • Bleiben Männer mehrere Tage am Stück betrunken, dann kümmern sie sich nicht mehr um die Borsten, die ihnen im Gesicht wachsen.
    • Böse Zungen berichten weiterhin von „Ringelschwänzen“. Allerdings handelt es sich hierbei ausschließlich um Frauenzungen – da könnte man eine gewisse Voreingenommenheit unterstellen.

    Auch Frauen werden übrigens hin und wieder zu Tieren, wenn sie zu viel getrunken haben. 
    Die Schlussfolgerung: Frau + Saufen --> Sau ist aber nur bedingt richtig. Wie unschwer zu erkennen ist, bleiben da noch einige Buchstaben übrig. Frauen werden zu mehr als bloß einer Sau, wenn sie genug intus haben.


    Leichtsinn bis hin zur Verantwortungslosigkeit


    Wenn der Punkt überschritten ist, an dem man auf allen vieren noch zügig voran kommt, dann denkt manch einer sich: „Wer zu besoffen ist zum Laufen, der sollte fahren!“ 
    Doch VORSICHT: Auch auf der Straße wimmelt es von gefährlichen Tieren. Nicht nur, wenn man nachts an einer Weide vorbeifährt, kann man auf Bullen treffen. Auch Bullen sind bloß Menschen(?). Auch sie feiern ab und zu mal und trinken einen über den Durst. Meist irgendwas Gemixtes, gelegentlich auch mit diesem bekannten Energy-Drink. Was man dabei bekommt, ist der  seltene, überschäumende „blaue Bulle“.




    Normalerweise sind diese Tiere jedoch grün. Treffen grüne Bullen auf blaue Menschen (hinter dem Steuer eines Wagens), dann sehen sie zu Recht Rot. Ansonsten sind sie einigermaßen umgänglich und deshalb sollte man ihnen freundlich begegnen.

    Als besonders freundlich gelten übrigens weibliche Bullen. Genaugenommen handelt es sich bei ihnen natürlich um Kühe. Wie dem auch sei, die Weibchen lassen sich – entsprechenden Einsatz von Charme vorausgesetzt – gerne mal zu einem kleinen Tänzchen überreden. Ob man davon später Aufnahmen einer Überwachungskamera sehen möchte, ist eine andere Frage.




    Filmrisse & der Morgen danach


    Irgendwann wacht man plötzlich wieder auf. Mit etwas Glück weiß man:

    • Wer man ist
    • Wo man ist
    • Was es mit eventuell mitanwesende Personen auf sich hat. Das Wort „Personen“ umfasst in diesem Fall sowohl Menschen, als auch Gorillas, Kühe o.ä.
    • Wohin das Handy, 200 € in bar und die rechte Socke verschwunden sind


    Wahrscheinlicher ist, dass man sich für eine Wassermelone hält. Als Wassermelone gehen einem folgende Dinge durch den Kopf:

    • „Ich bestehe nur aus Kopf. KOPF mit einem dicken K, einem dicken O und ganz viel PFFFFFF!
    • „Von außen bin ich größtenteils grün, mit einigen gelben Sprenkeln!“
    • „Innen bin ich blassrosa bis dunkelrot und – bis auf eine kleine Anzahl von Kernen – ausgesprochen weich, um nicht zu sagen matschig!“
    • „Ich sollte erst mal bleiben, wo ich bin. Könnte mich zwar rollend fortbewegen, aber schon Stürze aus niedrigster Höhe wären unvorteilhaft für die Gestalt meiner Außenhülle... Ich brauch einen Helm!"

    Doch das Leben als Wassermelone hat auch seine Vorteile. Wassermelonen pflegen keine Bekanntschaften. Ihnen ist es egal, was andere von ihnen denken. Wenn Wassermelonen sich daneben benommen haben, sind sie hinterher niemandem Rechenschaft schuldig.

    Wassermelonen stehen auch nicht auf der Speisekarte des enormen Katers, der die Fährte Betrunkener aufnimmt, um sie am nächsten Morgen als Beute zu erlegen. 
    Aber Kater sind auch bloß Katzen. Mit runden Gegenständen können sie sich stundenlang vergnügen, indem sie sie herumwerfen und über den Fußboden kullern.



    Wäre ich eine Wassermelone, ich würde noch einen Gedanken hinzufügen:


    • „Es gibt Situationen, da rollt man sich lieber selbst vorsichtig zur Hausapotheke - bevor man gerollt wird!"



    Der dicke Kopf dürfte dann auch eine der wenigen Nebenwirkungen des Alkohols sein, gegen die man etwas im Medizinschränkchen findet. Aspirin in Zäpfchenform ist mir meines Wissens nach noch nicht begegnet. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich den Beipackzettel bisher auch bestenfalls überflogen habe. Wenn ich ein Mittel gegen Kopfschmerzen nehme, möchte ich etwas gegen Schmerzen in meinem Kopf tun. In so einem Moment wäre es irgendwie abwegig, mir den Kopf zu zerbrechen über mögliche Nebenwirkungen.

    Der perfekte Katzenname wäre „Aspirin“. Er ist zweisilbig und endet auf "i", wodurch die Katze ihn vermutlich besonders gut von anderen Zurufen unterscheiden kann. Außerdem lässt er sich leicht abkürzen. „Aspi“ – klingt doch nett.
    Das Schnurren einer Katze wirkt ja an sich schon beruhigend. Wenn man nach einer durchzechten Nacht mit einem Kater aufwacht, dann wird Aspi sich mit Freude um ihn kümmern, während man selbst die Freuden des Wassermelonen-Daseins genießt.

    Was würde wohl auf ASPIs Packungsbeilage unter Risiken und Nebenwirkungen stehen?


    • Frisst einem möglicherweise die Haare vom Kopf
    • Auf ihre Haare kann man mit etwas Pech allergisch reagieren
    • Bringt tote Mäuse als Geschenk
    • ...


    Lieber nicht zu genau drüber nachdenken...