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Sonntag, 10. Juni 2012

I won´t forget you, Princessa!


Was haben das Musikgenre Eurodance und die Serie "Marienhof" gemeinsam? Zwei, nein drei Dinge:


  1. Beide befinden sich normalerweise jenseits meines Ereignishor Wahrnehmungshorizonts. 
  2. In beiden tauchte vor einigen Jahren die spanische Sängerin Princessa auf.
  3. Beide sind heute tot.


Denkbar ungünstige Voraussetzungen also für mich, jemals von Princessa zu hören/gehört zu haben.  Zudem ist ihre Musikkarriere mittlerweile wohl auch verstorben.

Und trotzdem habe ich eine kindliche bis kindische Freude gespürt, als ich gestern Nacht dieses Video entdeckte:




Warum? Weil ich der kleinen Spanierin durch einen kosmischen Zufall eben doch mal begegnet bin, leibhaftig sogar!

Dieses Wurmloch in unbekannte Spähren öffnete meine damalige Freundin - das muss etwa 15 Jahre her sein. Sie schleppte mich zu einem Videodreh, bei dem sie als Komparsin mitwirken sollte.

Ich sah das Video gestern zum ersten Mal. Somit öffnet sich das Wurmloch nun auch in der Gegenwart. Ich rutsche wieder hinein und lande im Jahr ´97/´98. Dort begegne ich mir selbst auf der Treppe eines Hamburger Wohnhauses, sehe mich mit leeren Plastikbechern hantieren und wundere mich über meinen damaligen Haarschnitt - mehr als ich sollte, denn schließlich hatte ich ihn mir selbst verpasst.

1:37  Sämtliche Becher und Flaschen waren leer!

Ich schmecke nichts, wenn ich die Sektflasche an die Lippen setze - wie die Becher, ist auch sie leer.
Meine (Ex)freundin schmeckt nach... Pfefferminze..., vermutlich. Das ist dann doch schon zu lange her, und die scheppernden Lautsprecher irritieren meine Geschmacksknospen.

1:02  Die Szene war gestellt, der Kuss vermutlich echt.

Ich höre die immer gleichen Abschnitte des Playbacks, während wir die Abschnitte wechseln, in denen wir auf der Treppe stehen. Hamburg ist eben nicht New York: Die Häuser sind kleiner, die Treppen zu kurz. Für die kleine Princessa gehts rauf und runter, rauf und runter...
Ihre Koffer sind vermutlich leer, aber treppab trägt sie ihr dann jemand vom Team.

1:55  Da läuft sie zum 15. Mal an mir vorbei.

Ich sehe den "Ledermann" und das "Giraffenmädchen" - die Crew befand die Kleidung der meisten von uns für zu fad. Damit hatten sie nicht gerechnet, daher gibt es nur wenige Klamotten, in die sie uns hineinstecken können. Mein T-Shirt sei o.k., sagt die freundlich-gestresste Stylistin. "Mehr als das", denke ich, denn ich lieb(t)e dieses Shirt. (Daran ändert sich nur wenig, als mir Monate später jemand sagt, es sähe "nach Techno aus". Techno?! In der Schublade hatte ich nie was verloren.)

2:48  In Gedanken nenne ich die junge Dame links das "Giraffenmädchen".
0:58  Sagte ich schon, dass ich dieses Shirt liebte? 

Ich sehe Princessa in einem New Yorker Taxi durch Hamburg kreuzen. Ist sie tatsächlich den ganzen Weg gefahren? Von Paris aus mag das gehen. Doch startet man an der Ostküste der USA, ergeben sich neben einer horrenden Rechnung noch andere Probleme.
Oder hat sie gar auch ein Wurmloch entdeckt? Macht sie vielleicht doch noch Musik, bloß irgendwann anders?

2:31  Der Aufdruck reflektierte so schön.

Ich kann zumindest sagen, was sie kurze Zeit nach diesem Video tat: Princessa wechselte zu Pop-Melodien mit leichtem Rockeinschlag, was sie mir musikalisch deutlich sympatischer machte.
Neben "Snowflakes" ist dieser Song ihr wohl bekanntester in Deutschland:




Und so werde ich sie auch in Erinnerung behalten: größtenteils harmlos und irgendwie niedlich.

Das zugehörige Album steht tatsächlich in meinem Regal, und es gefällt mir ziemlich gut! Peinlich ist mir das nicht. Und das liegt nicht bloß daran, dass ich Anfang zwanzig bin, wenn ich es höre.

¡Adiós Princessa! Mein Spanisch reicht leider nicht für viel mehr...